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Erste lange Orgelnacht bringt Münsters Paulus-Dom nach der Renovierung wieder voll zur Geltung

Münster - Der Dom ist zurück in der Stadt, schon seit ein paar Wochen. Jetzt aber hat er sich auch musikalisch voll und ganz zurückgemeldet – und viele, ganz viele Menschen haben ihn am Samstag bei der Orgelnacht begrüßt.
Von Chr. Schulte im Walde

... Nach der zweiten Pause im Kreuzgang war es 22.30 Uhr geworden, das Publikum im Dom aber noch lange nicht müde. Oder war es schlichtweg neugierig? Auf das Jazz-Duo Reiko Brockelt und David Timm aus Leipzig? Die letzte Stunde der Orgelnacht geriet zu einem singulären Ereignis. Johann Sebastian Bach mal anders – mit Saxofon und Orgel! Das ist noch keine Sensation. Wohl aber, wie Brockelt und Timm mit Bach umgehen. Oder mit Mendelssohns „Denn er hat seinen Engeln“ (mit Hochzeitsmarsch-Einwurf). Das sind eigentlich keine „Bearbeitungen“, sondern das Ergebnis zweier kreativer Köpfe im Umgang mit dem Ausgangsmaterial. Phänomenal! Da werden butterweiche Harmonien unterlegt. Oder es entstehen knackige Rhythmen und tauchen das Original in völlig neues Licht. Vielleicht frei nach Richard Wagners Motto: „Kinder, schafft Neues!“
Diesen Aufruf wenden Brockelt und Timm denn auch auf Wagner selbst an: Erst tanzen sie mit Tristan Tango, wobei irgendwann auch die „Meistersinger“ da mit hineingeraten; später besingt Isolde „mild und leise“ ihren Liebestod. Betörend das Gespür der beiden, was jeweils an Arrangement angemessen ist – und was nicht. Klanglich ist, was sich da ereignet, allemal eine Offenbarung. Und das merken auch die Zuhörer. Riesenbeifall im Dom gegen Mitternacht – und ein ergreifendes „Lascia ch’io pianga“ von Händel hinterher.

Duo Timm und Brockelt: Händel jazzt

Unglaublich, was für Klänge sich einer Orgel entlocken lassen! Amüsiert, fasziniert, begeistert folgten 240 Zuhörer dem Nachtkonzert „Händel jazzt!“ des Duos David Thimm (Orgel) und Reiko Brockelt (Saxophon) in der Göttinger Universitätskirche St. Nikolai.

Göttingen. Als Rockballade arrangierten die beiden Jazzmusiker Johann Sebastian Bachs Choral „Christ ist erstanden“. Timm lässt Christus mit tiefen, wummernden Bässen ins Totenreich fahren.
Duch Anspielen benachbarter Tasten überlagern sich die Schallwellen zu bedrohlichen Kombinationstönen. Dramatisch war Georg Friedrich Händels Triumpfmarsch „See, the Conqu'ring hero comes“, das als Adventslied „Tochter Zion“ bekannt geworden ist. Eine Melodie aus Richards Wagners „Siegfried“ spielten sie als Walzer, eine aus „Tristan“ als Tango. Was für Verbindungen. Genial!

Arnstadt (Ilmkreis). Das Sonntagskonzert des Leipziger Jazzduos Brockelt und Timm war ein vielumjubelter Erfolg.

Das Jazzduo Reiko Brockelt (Saxophon) und David Timm (Orgel/beide aus Leipzig) bot am Samstag in Arnstadt in der Bachkirche ein vielseitiges Programm.Foto: Hans-Peter Stadermann
Leipzig war und ist etwas Besonderes. Hier schuf Johann Sebastian Bach seine genialen Meisterwerke, hier war Max Reger Universitätsmusikdirektor, hier steht das Gewandhaus mit seinem weltberühmten Orchester, hier singt noch immer der Thomanerchor sein Gotteslob, und so darf es auch nicht verwundern, dass hier auch erstklassiger Jazz gedeiht.
Dies bewiesen am Sonntagnachmittag die beiden Leipziger Musiker Reiko Brockelt, Saxofon und Flöte, und Universitätsmusikdirektor David Timm in der gut gefüllten Bachkirche, die sehr schnell das Publikum zu Begeisterungsstürmen hinrissen.
Dass ein Instrument wie das Saxofon, das ja mehr im Jazz als in der Klassik gebräuchlich ist, jazztauglich ist, wird jedermann einleuchten, dass aber auch die Orgel, die im Ruf der Heiligkeit stehende Königin der Instrumente, herrlich schmutzig zu jazzen versteht, wurde selten so klar wie in diesem wunderbaren Sonntagskonzert.
Die Orgel ziepte und fiepte, flüsterte und fauchte, brummte und brauste, wie es ihrem Dompteur gerade in den Sinn kam, als ob sie eine bluesgetränkte Hammondorgel sei.
Brockelt und Timm boten ein ungeheuer vielseitiges Crossover-Spektakel der Sonderklasse, das von Eigenkompositionen über Bach und Reger bis zu Wagner reichte, dem unsympathischen Antisemiten, der befremdlicher Weise große Musik gemacht hat.
Es gab Erstaunliches zu hören. Choralvorspiele und Stücke aus dem "Wohltemperierten Klavier" wurden in fröhliche Sambas oder zärtliche Balladen, aber auch freie jazzige Improvisationen überführt.
Das bewundernswerte Hörerlebnis begann auf der oberen Empore an der legendären Wender-Orgel, die bekanntlich Bach 1703 abgenommen und die er etwa vier Jahre munter traktiert hat. Was hätte Bach wohl zu den swingenden Klängen gesagt, die David Timm dieser barocken Orgel entlockte? Was zu den munteren Improvisationen des Reiko Brockelt, der bescheiden zurückhaltend, aber auch mit freejazzigem Feuer aufwartete.
Der zweite Teil an der unteren Orgel brachte noch modernere Klänge. Hier entwickelte sich aus einem ergreifend schlichten "Benedictus" von Max Reger urplötzlich eine lebensfrohe Samba, hier gab es Tristans Ende als Ballade und als Höhepunkt des munter-frivolen Treibens als herrlich überschäumende Tango-Variante. Und so dürfte am Ende mancher bedauert haben, dass der jazzige Spaß irgendwann ein Ende finden musste.
Als Trost lag am Schluss das neue Programm "Kirchenmusik in Arnstadt" aus, das mit einigen Konzerten, insbesondere der Reihe "Musica Punkt Fünf", im August und September die Handschrift unseres neuen Kantors Jörg Reddin aufzeigen wird.
Klaus Ehring / 21.01.14 / TA
 

Schumann und Co. verjazzt

Angemessen respektlos

In der Inselstraße werden Stühle geschleppt. Einige Besucher sitzen sogar im Flur vorm Schumann-Saal, weil sie drinnen keinen Platz mehr finden. Ohne zu murren, rücken sie ihre Sitze zurecht. Derlei Zuspruch ist nicht mehr verwunderlich, denn das, was David Timm und Reiko Brockelt aus Romantikern machen, ist längst kein Geheimtipp mehr. Sie sind mehr als geniale Jazzer, mehr als virtuose Musikanten und kreative Schöpfer. Sie sind all das und noch viel mehr.
Im Rahmen der Schumann-Festwoche spielen die beiden geniale Jazz-Bearbeitungen und Improvisationen über Werke aus dem Pantheon überwiegend deutscher Romantik. Liszt, Schumann, Mendelssohn oder Wagner. Aber auch Grieg. Nichts, das vor dem sprudelnden Geist der beiden sicher wäre. Dabei sind sie in angemessenem Maße respektlos und verblüffen mit einem schier grenzenlos erscheinenden Einfallsreichtum. Was die Geschlossenheit dieser Paraphrasen betrifft, so kann man gar nicht aufhören zu jubeln.
Dass David Timm die meisten dieser Auseinandersetzungen charmant und intelligent anzumoderieren weiß, so dass auch der Laie den Faden innerhalb komplexester Strukturen nicht verliert, ist ein weiteres Plus. Die Mischung aus Augenzwinkern und spürbarer musikalischer Leidenschaft ist einfach gut.
Nicht nur die einzelnen Jazz-Paraphrasen überzeugen mit einer stringenten Dramaturgie, sondern auch ein Abend mit absolut den richtigen Dimensionen für eine solche Musik, die zwar überaus unterhaltsam, aber dennoch musikalisch-intellektuell anspruchsvoll ist.
Tatjana Böhme-Mehner, LVZ. 16.9.2013

 

Aus Bach mach Jazz

Reiko Brockelt und David Timm spielen in Tübinger Motette

... In der Motette gab es Crossover-Jazz mit Bach und Reger. Bachs Orgel-Präludium Es-Dur BWV 552,1 wurde in Timms „piano exercise“ zum Spielfeld für ausgelassene Saxophon-Tiraden und lustvoll überblasene Töne. Die Stiftskirchen-Orgel hatte hier einen regelrechten Hammond-Sound. Timms 2a-m-Samba“ überzeugte mehr, denn die Adaption entfernte sich stärker von ihrem Ausgangspunkt, Bachs Orgelfuge a-moll BWV 543,2. Die barocke Motorik, kombiniert mit lateinamerikanischen Tanzelementen, kam richtig ins Swingen. Auch wenn sich am Crossover traditionell Geister und Geschmäcker scheiden, riss die unbändige Spielfreude einfach mit.

Hinter dem formelhaften Titel WK I E verbarg sich eine Jazz-Variante von Präludium und Fuge E-Dur aus Bachs Wohltemperiertem Klavier Band 1 (BWV 856). Tatsächlich ist die chromatisch dahin schmelzende, quasi „blusige“ Harmonik schon bei Bach zu finden. Die nur angedeutete Fuge wurde hier zum schnellen Mittelteil, eine formal witzige Idee. Zum Lobpreis des 145. Psalms improvisierte das Duo: Aus dem Rufmotiv des Saxophons entwickelten sich arabeske Linien, die sich in der Orgel zu einem Klangteppich flirrender Töne verdichteten. Eine zweite Improvisation setzte Stück für Stück die Melodie des Gemeindelieds „Komm, Gott Schöpfer, Heiliger Geist zusammen.

Regers „Benedictus“ op. 59/9 spielte Timm mit weichzeichnenden Registern, daran angeschlossen seine Jazz-Version „Osanna“. Auch hier bei Reger ist manches Jazzige bereits angelegt.

Wirklich beeindruckend war Timms Choralbearbeitung „Verleih uns Frieden gnädiglich“. Über einen Donnergrollender Orgel mit schwer rollenden Glissandi in der Tiefe erhob sich das Kirchenliedleise im Saxophon. Das hatte Atmosphäre und Intensität. Reizvoll die klagenden Abwandlungen der Melodie, die dramatische Steigerung.

Bachs berühmte d-moll Tocatta BWV 565 wurde zuletzt verwandelt in „d-m-swing“ und „d-m-Samba“. Auch das hatte Witz. Schmissig die synkopischen Loopings im Saxophon. Die perkussiven, tiefen Orgelrhythmen klangen fast nach Pauken oder Trommeln...

Schwäbisches Tageblatt vom 5.6.1212 (ach)

 

Zwischen sakral und jazzig

„Händel Visions“

Grenzgebiete sind unbetretenes Niemandsland.In dieser Wildnis blühen manchmal die schönsten Blumen. In der Musik ist es genau so: Das Jazz-Duo Timm-Brockelt findet an den Grenzenzwischen sakraler Orgelmusik und weltlichem Jazz ungehört-schöne Klänge. Am Donnerstag stellte das Leipziger Duo seine „Händel Visions“ im Rahmen der Händelfestspiele in St. Johannis vor.
Die Orgel faucht und das Saxophon schreit, wenn David Timm und Reiko Brockelt Schumanns liebliche "Träumerei" zum dramatischen Albtraum steigern. Doch das Duo kann auch anders: Bei einem Choral zerfließen sie vor Gefühl.
Richard Wagners "Tristan" spielen sie augenzwinkernd mit Tango-Schmalz und Klezmer-Schalk. Eine Sarabande von Georg Friedrich Händel würdigen sie dagegen sehr ernst und introvertiert.
Schwarz gekleidet spielen die Musiker auf der Empore - stets in Blickkontakt. Die musikalische Heimat der Instrumentalisten hört man beim ersten Ton: Brockelt klingt aus dem Altsaxophon stets nach dem Bebop-Gott Charlie Parker. Organist Timm ist klassisch geschult - verleiht dem Atem der Orgel aber einen groovenden Puls.
Die klassischen Komponisten geben die Form. Viel lassen die Musiker vom Original nicht übrig. Sie fantasieren das Werk in Jazz-Manier weiter und formen mit selbst gefundenen Klängen ihre eigene Musik daraus. Wo die Genres verschmelzen fühlen sie sich am wohlsten und holen so die alten Werke ins Hier und Jetzt.
Als die virtuosen Musiker abschließend ein Orgelwerk von Johann Sebastian Bach huldigen, bringen sie es noch einmal auf den Punkt: Improvisierend und voller Energie landen sie genau dort, wo sie die Grenzen von Klassik und Jazz überschneiden. Das Publikum aplaudiert begeistert. Gelobt sei das Niemandsland.

von Udo Hinz, Göttinger Tageblatt 16.5.2012

Träumerei und Albtraum auf der Bühne im Bauhaus

David Timm und Reiko Brockelt beschenken eine dankbare Hörer-Kleinstgemeinde mit wunderbarem Abend

VON UTE VAN DER SANDEN, 17.12.09,

David Timm und Reiko Brockelt «wanderten» im Bauhaus zwischen den Welten.

DESSAU/MZ. Bach und Boogie, Tristan und Tango: An Jazz-Adaptionen von Ohrwürmern aus dem so genannten ernsten Genre haben sich schon viele Musiker versucht, doch nur wenige können eine Vielfalt wie das Leipziger Jazzduo Timm-Brockelt vorweisen. Von Bach über Mozart bis Schumann, von Grieg über Liszt bis Wagner kombinieren sie beliebte Melodien nach Eignung, Lust und Laune mit Jazz-Stilen und Jazz-Tänzen. Am Mittwoch konzertierten der Leipziger Universitätsmusikdirektor und sein kongenialer Saxophonpartner auf der Dessauer Bauhausbühne. Sie gestalteten das letzte Konzert der Jazzreihe in diesem Jahr.

Erstklassiger Auftritt

David Timm und Reiko Brockelt lieferten einen erstklassigen Auftritt ab, boten neunzig Minuten Jazz vom Feinsten und bescherten Klassikliebhabern wie Jazzfans einen Riesenspaß. Netterweise wurden die Ursprungstitel von den Interpreten auch angesagt - purer Service, denn Liszts "Liebestraum" und "Solveigs Lied" von Grieg benennen die meisten Hörer sofort. Doch wer kann Präludium und Fuge in c-Moll aus Bachs Wohltemperiertem Klavier oder die Orgelfuge a-Moll schon auf Anhieb eindeutig identifizieren?

Wenn dann aus dem einschlägigen Walzer, der in Griegs "Lyrischen Stücken" zu finden ist, ein ausschweifendes Jazzpoem lodert, wenn sich in ihm die Leidenschaften aufbäumen und hitverdächtige Soul-Balladen-Splitter abfallen, dann sind Timm und Brockelt in ihrem eigentlichen Element. Dann erkennt man, wie viel Frische, improvisatorisches Potenzial und zeitgemäße Ausdrucksintention in den Klassikern steckt und wie willig sie sich mit modernen Stilmitteln verbinden. Ob Schumanns "Träumerei" mit einem augenzwinkernden "Sandmännchen"-Melodiezitat beginnt und als brodelnder Albtraum im Bassregister des Flügels verendet, ob Mendelssohn Bartholdys Engel-Chor aus dem "Elias" eine schicke Samba hervorzaubert oder der "Liebestraum" als fesch dreinswingende New-Orleans-Hymne erweckt wird: Alle Arrangements sind rhythmisch raffiniert gebaut und harmonisch voller Überraschungen. Besonders interessant wird's, wenn sich scheinbar nicht Kompatibles wundersam ineinander fügt: "Solveigs Lied" als taumelnder Bebop, das as-Moll-Präludium von Bach, diesmal mit Querflöte, in einer somnambulen Meditation, aus der Emotionen wie Lavaströme brechen.

Zum magisch schön und mitreißend virtuos gespielten Saxofon gesellt sich der als musikalischer Universalist allseits geschätzte David Timm als begnadeter Klavierspieler. Er durchstreift den Quintenzirkel, ohne über Tonarten nachzudenken, und vermag sich vor Einfällen kaum zu retten. Was er auf den Tasten treibt, ist streckenweise so schwer, dass manche Lisztsche Opernparaphrase dagegen wie eine Fingerübung wirkt. Manchmal, vor allem in Up-tempo-Nummern, fehlt ein Schlagzeug, das dem Pianisten ein Plus an gestalterischer Freiheit ermöglicht.

Begeisterter Applaus

Alle Menschen im Saal applaudierten begeistert. Setzte jemand einen Jauchzer ab, schlug Timm, bewusst oder nicht, den Ton des Einwurfs in der exakten Höhe auf dem Klavier an. Stundenlang hätte das so weitergehen können, aber nach einer Zugabe, auf der Bachschen Orgelphantasie über den Choral "Komm, heiliger Geist" gründend, war definitiv Schluss. Passte ja auch prima zu den bevorstehenden Jahresendfesten.

 

Perfektes Trio überrascht und begeistert Klassikfans in der Kulturscheune

Bach ganz jazzig und englisch, Stevie Wonder von einer Frau und Applaus wie bei einem Rockkonzert beschreiben den Abend am besten...

(Twana Rhodes, Gesang, Reiko Brockelt, Saxophon, David Timm, Klavier) Döbelner Anzeiger Sept.2008

Jazz-Virtuose spielten in Kirche Niedernstöcken

Helle Begeisterung herrschte am Sonntag, den 14. Oktober beim Konzert "VISIONS" in der Niedernstöckener Kirche bei den Zuhörern, nachdem sich die erste Verblüffung über die fulminante Technik des Organisten David Timm und des Altsaxophonisten Reiko Brockelt gelegt hatte.

Vorlagen aus den Praeludien und Fugen des "Wohltemperierten Klaviers" von J.S. Bach dienten den beiden Jazz-Virtuosen als Material für breit angelegte, phantasievolle, aber immer auf das Original bezogene, konzentrierte Jazz-Bearbeitungen mit z.T. freieren Improvisationen, die bis zur Clustertechnik und extremen Akkordbrechungen und -ballungen sowie Glissandi durch die gesamte Klaviatur bei unterschiedlichsten Klangfarben reichten, wobei die Klangdifferenzierungen des Saxophonisten - einmal griff er aus klanglichen Gründen auch zur Alt-Traversflöte - selbst bei extremer Virutosität immer interessant blieben und nie zum Selbstzweck dienten.

Aber auch das Original-Bach-Werk wurde auf der romantischen Furtwängler&Hammer-Orgel in stilgetreuer Konsequenz von David Timm vorgetragen (schließlich ist er im Hauptberuf Universitätsmusikdirektor der Universität Leipzig): Praeludium und Fuge a-Moll BWV 543, die ergreifende Choralbearbeitung J.S. Bachs: "Christ ist erstanden" aus dem "Orgelbüchlein" BWV 627/1 sowie die bekannte Toccata und Fuge d-Moll BWV 565. Die nachfolgenden Jazz-Adaptionen gingen in ihrer modernen Ausdruckstiefe den gebannt lauschenden Zuhörern spürbar "unter die Haut".

Wochenspiegel

CD-Tip

Hörwinke (209): Mit Saxophon klingt Bach jazzig

Machen Sie zum Frühlingsanfang einmal folgenden Test: Laden Sie ein paar nette Menschen ein und bitten Sie sie um Gehör. Sie werden nun - frei nach " Wer wird Millionär?" - die unten angegebene CD auflegen und fragen, welcher Komponist dahintersteckt. Sie starten also und stoppen bereits nach drei Sekunden den Apparat. Von wem mag das wohl sein? Einige werden sofort nach dem ersten Joker fragen; andere werden sich dagegen an ihren Kindheits-Klavierunterricht erinnern und sagen: Bach, Fuge aus dem "Wohltemperierten Klavier". Dann lassen sie die CD weiterlaufen, lassen David Timm an seiner Orgel weiterspielen. Die Gesichter werden lang; länger werden sie, sobald Reiko Brockelt mit dem Saxophon einsetzt. Eine herrliche Aufnahme mit originalem und verjazztem Bach. Ihr Gastgeberabend ist gerettet. Christoph Vratz

"Visions" Profil/Naxos 5PH 04087

Klangwirbel im Kirchenschiff

…Ausgehend von bekannten Werken Johann Sebastian Bachs gelangen Timm und Brockelt Jazz-Improvisationen vom Feinsten, die in ihrer Wildheit durchaus an die Jazzlegende Charlie Parker erinnerten. Aber auch einfühlsamere Töne gelangen, so etwa am Schluss des Konzertes, durch Brockelts behutsame und überaus gefühlvolle Saxophonbegleitung des Vokalensembles.

Springe NDZ

Umjubelte Premiere im Gewandhaus zu Leipzig

…Gefeiert wie Popstars.
Standing Ovations… schreit nach Fortsetzung…

Leipziger Volkszeitung

 

Meine Gratulation zu Eurer Duo-CD! Bei der Vielfalt, die es in dieser Zeit auf jedem Gebiet, auch in der Musik, gibt, ist es ungeheuer schwierig, einen eigenen Weg zu finden.
Ihr habt das Kunststück fertiggebracht.

Eberhard Weise

Bruch der Hörgewohnheiten

Ovelgönne: Eine grandiose Synthese von klassischer Tradition und anspruchsvoller Moderne! Unverbraucht. Unangepasst. Unerwartet Das Jazz Duo David Timm und Reiko Brockelt brach die Hörgewohnheiten eines Kirchenpublikums, ohne zu erschrecken…

KZVO

 

Einflüsse aus Klassik und Neuer Musik wirken nicht wie Zitate aus einer anderen Welt, sondern eingewoben in eine sehr vitale und in sich stimmige Symbiose.
Die voll besetzte Kirche hat neue Klangbilder gehört, und die Menschen haben festgestellt, daß diese Klangbilder zu einem besonderen Hörerlebnis führen. Die Tatsache, daß Sie einen großen Teil Ihres musikalischen Vortrags improvisiert haben, hat eine große Konzentration und Spannung bei den Zuhörern ausgelöst.

Dr. Werner Martin, Brandenburgische Sommerkonzerte

 

Reiko Brockelt und David Timm boten Jazz-Improvisationen aus ihrem aktuellen Programm "inner circle" - ein Leckerbissen.

Mitteldeutsche Zeitung

Jazzkonzert am Domgymnasium

Mit einer wahnsinnigen Leichtigkeit, sichtbarer Freude und virtuoser Spieltechnik verzauberten die Musiker schon vom ersten Stück an das Publikum. Neben Ausschnitten aus ihrem Werk "Inner Circle" bekamen die Zuhörer auch einige Bach-Adaptionen zu hören. "Musik zum Hinhören", so bezeichnete es David Timm. Und tatsächlich: Es war Musik zum genießen. Wer es sich einmal gönnte, die Augen zu schließen und nur der Musik zu lauschen, der konnte förmlich Bilder sehen. Am Ende des Konzerts gab es "Standing Ovations" - somit kamen die Instrumentalisten natürlich auch nicht um eine Zugabe herum.

Sascha Reinhold

 

Das Duo überzeugte mit freien, dynamischen und punktgenau
stimmigen Improvisationen. ...Die beiden Musiker bewiesen mit ihren feinsinnigen Dialogen, daß freies Musizieren durchaus mit Formbewußtsein erfüllt werden kann.

Leipziger Volkszeitung

 

Vom zarten Anschlag bis zu Tasteneskapaden, vom minimalistischen Motiv bis zum weitverzweigten Diskurs auf dem Altsaxophon finden die beiden jungen Musiker intuitiv eine gemeinsame Basis und stets auch ein schlüssiges, oft überraschendes Finale.

Leipziger Volkszeitung

 

Bachfest Leipzig 2003 Allrounder David Timm mit „swinging Bach“

… Die Ränge sind prima gefüllt, und neben den Orgelvirtuosinnen Almuth Reuter und Christiane Bräutigam rückt Leipzigs gefeiertes Allroundgenie David Timm an. Gleich mit mehreren seiner Projekte. Zum einen das Leipziger Vokalensemble, das er in gewohnt hoher Qualität Bachs Motette „Komm, Jesu, komm“ (BWV 229) zelebrieren lässt, um im nächsten Moment mit seinen Jazz-Kollegen um den überaus fähigen Saxophonisten Reiko Brockelt in entspannte Lounge- Sphären vorzudringen. Darüber bleibt die vokale Polyphonie spürbar und verschmilzt in den weiten Räumen zur charmanten Melange. Die abschließende Samba-Adaption zur Toccata und Fuge d-Moll dürfte Hiesigen bekannt sein; aber unter den vielen Auswärtigen Festbesuchern löst das swingende Opus das eine oder andere entzückte bis erstaunte Schmunzeln aus…

Thomaskirche Leipzig
LVZ 2. Juni 2003

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